Oh, Irene <3

Am Anfang war der wunsch

Angefangen hat alles mit einem Wunsch: ich wollte mir ein Kleid wie dieses nähen.
Es gehörte mal meiner Mama, und ich glaube, es stammt aus den 70gern - auf jeden Fall ist es älter als ich.
Ich mag diesen schlichten Schnitt unheimlich gern und trage es im Sommer auch ziemlich oft.
Also hab ich in den diversen Nähgruppen nachgefragt.
Und auf einmal hatte ich eine Nachricht von Svenja, alias Lotte&Ludwig, die mir ein Top-Secret-Foto aus ihrem letzten Shooting zeigte.
Sie trug darauf ein wunderbares Blümchenkleid, dass dem Kleid meiner Mutter durchaus ähnlich war und lud mich ein, beim kommenden Probenähen mitzumachen.
Aber ja! Natürlich! Ich oute mich an dieser Stelle auch echt als absoluter Fan ihrer Schnitte, die sind einfach wundervoll.

love at first sight

Als ich dann den Schnitt geklebt hatte und in Händen hielt, wusste ich, dass es keinesfalls bei einem Kleid bleiben würde.
Das Kleid hat wirklich alles, was ich liebe: einen schwingenden Rock, Wiener Nähte (mit großem Busen gibt's einfach nichts besseres), Knöpfe, keinen Kragen (sehr wichtig!) und ein Band, mit dem es tailliert werden kann, aber nicht muss.
Außerdem ist der Schnitt, wie alle Schnitte aus Svenjas Feder, unglaublich gut durchdacht und detailreich.

bullerbü und pferdemädchen

Tja, und weil Irene irgendwie nach Bullerbü schrie, habe ich eine Freundin gefragt, ob ihr Pferd wohl Lust hätte, mein Co-Model zu sein. Es hatte :)
Darf ich vorstellen: Rayko.
Ein Wallach mit dem wohl größten Kopf, den ich bei einem Pferd dieser Größe je gesehen habe. Außerdem hat er einen reizenden Kaiser-Wilhelm-Schnurrbart und trägt seine Mähne wie ich: wild.
Wir mochten uns ziemlich schnell, und das zweite Kleid hat er mir dann ordentlich vollgesabbelt, weil er irgendwie andauernd sehr nah bei mir war.
Hach.
Ich bin und bleib ein Pferdemädchen, auch wenn ich seit 15 Jahren nicht mehr geritten bin.

fotos und tiere passen oft nicht zusammen

Leider hat es am Tag unseres Shootings ziemlich geregnet, weswegen wir erstmal in der Halle knipsen mussten.
Wir hatten am Ende mehrere hundert Bilder, von denen aber viele viele einfach nichts waren.
Das lag daran, dass es gar nicht so einfach ist, sich auf ein einem völlig fremdes Tier zu konzentrieren und dabei darauf zu achten, kein Doppelkinn zu haben oder den Bauch einzuziehen - ganz schön tricky, sag ich euch!
Am Ende sind aber doch ein paar sehr schöne Bilder rausgekommen. Rayko hat das echt gut gemacht, auch wenn seine Reiterin immer mal wieder seine Aufmerksamkeit zur Kamera hin lenken musste :)

raus ins freie!

Als ich mich dann für das zweite Kleid umzog, und wir gerade ein paar hübsche Kuschelbilder im Stall machten, hörte es auf zu regnen - also nichts wie raus.
Wir fanden ein hübsches Gatter direkt neben dem Stall, und nachdem Rayko erstmal einen halben Quadratmeter Grünzeug abgegrast hatte, wurde das zweite Kleid geknipst.
Das hier hat wegen Stoffmangels kurze Ärmel bekommen, die ich aber auch sehr hübsch finde.
Die habe ich improvisiert und werde beim nächsten vielleicht nochmal ein bisschen basteln :)

Außerdem hat diese Irene abgesteppte Kellerfalten im Rockteil - das trägt weniger auf, als die Raffung.
Es ist halt, wie es ist: bei meinen Kurven geht einfach nicht alles. Die Kellerfalten haben mich zwar viel Zeit und Getüftel gekostet, gefallen mir aber unheimlich gut.

grasige küsse

Draußen bekam ich dann erstmal viele, nach Gras und Pferd duftende Küsse - das Kleid musste danach in die Wäsche, aber das muss eben so!
Ich liebe diese Bilder sehr und hoffe, dass wir im Sommer mal Bilder auf dem Pferd machen können - zur Zeit akzeptiert der Gute nur seine Reiterin, was auch völlig in Ordnung ist.

und warum heisst irene nun irene?

Irene ist nach Svenjas Oma benannt, der das Originalkleid auch gehört hat.
Das führte dazu, dass wir alle beim Nähen unheimlich nostalgisch wurden und an unsere Omas, Tanten oder Mütter gedacht haben, ob sie nun noch bei uns sind oder nicht.
Meine Oma Lore, von der ich laut meiner Mama auch das Schneidertalent geerbt habe, trug übrigens Zeit ihres Lebens Kleider und Röcke, und zumindest ich habe sie nie in einer Hose gesehen.
Ein Kleid wie Irenes Kleid habe ich bei ihr nie gesehen, kann mir aber vorstellen, dass sie das in ihren jüngeren Jahren getragen hätte. Immerhin war meine Oma Jahrgang 1916 - da passt der Stil hervorragend in ihre Jugend.

mit liebe zum detail

Und weil das alles so wundervoll nostalgisch war, hat die zweite Irene Knöpfe aus dem Nähkasten meiner Oma bekommen. Ich habe keine Ahnung, wie alt die sind, und kann nur vermuten, dass sie aus Bein bestehen. Aber ich fand sie unheimlich passend. Gefunden habe ich sie übrigens aufgereiht auf verschiedenen Bindfäden. Vermutlich waren sie schon Jahrzehnte so gebündelt, denn als ich sie auseinander genommen habe, habe ich fünf verschiedene Garne gefunden :)

Ihr bekommt den wunderbaren Schnitt bei Makerist oder DaWanda.
Geeignet ist leichte, fließende Webware wie Viskose, aber auch aus Leinen und Musslin wurden Irenes genäht. Meine persönliche Empfehlung lautet, mit steigender Konfektionsgröße auf leichtere Stoffe zurückzugreifen - meine Irenes sind beide in Größe 48 genäht und aus Viskose, und das ist wunderbar so - steifere Stoffe würden sicherlich auftragen, gerade beim Rockteil.
Im Übrigen gibt es die Irene auch als Umstandversion, die man auch ohne Babybauch ganz toll als Empirekleid nähen kann - das werde ich als nächstes ausprobieren :)

 

Habt einen wunderbaren Sonntag und näht euch eure Irene - es ist ein Wohlfühlteil!

Euer nostalgisches Stadtkind

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Kommentare: 1
  • #1

    Fina (Sonntag, 07 Mai 2017 17:32)

    Ein wundervolles Kleid <3 und ganz tolle Bilder!!! Ich gehe gleich mal shoppen!
    Ganz liebe Grüße!!!!