Ich verzichte

Wisst ihr, ich rede so oft davon, mich und meinen Körper zu zu akzeptieren, wie ich bin.

 

Wovon ich nichtso gern rede ist, wie schwierig das manchmal sein kann.

Also hole ich das jetzt nach und erzähle euch dann, worauf ich verzichten möchte.

Die Sache ist ja die: ich bin zu schwer.
Und ich rede nicht von fünf Kilo über Idealgewicht und einem etwas erhöhten BMI, nein, ich bewege mich eindeutig im Bereich des Übergewichtes. Und das nervt.

 

Tatsächlich war ich das letzte mal als Kind so richtig schlank. Fast dürr, nur den dicken Po hatte ich immer schon.
Dann kam die Pubertät und alles wuchs - blöderweise aber nur seitlich und vorn, das mit dem Aufwärts wachsen hatte ich mit 15 abgeschlossen und es blieb bei 1,64 m.
Ich war immer weiblich, sinnlich, anschmiegsam und "gut zu greifen", wie ein Partner mal sagte. Seit ich weibliche Formen habe, bekomme ich Komplimente für meine Kurven.
Dabei wäre ich ganz furchtbar gern eins von diesen hageren, sportlichen Mädels gewesen.

Tja, und nun als Erwachsene?
Wäre ich immer noch gern eins der schlanken, sportlichen Mädels. Die mit Tight Gap und A-Körbchen, die im Sommer knackekurze Shorts tragen können, ohne sich die Oberschenkel aufzuscheuern und dazu ein winziges  Bikini-Top unter dem Oversize-Shirt, das ich mit meinem Busen sicherlich sprengen würde.

Bitte nicht falsch verstehen: ich mag meinen Körper und meine Kurven. Wir sind aneinander gebunden und haben gelernt, miteinander zu leben und uns zu lieben.
Ich kann ganz gut vor dem Spiegel stehen und mich total sexy finden, zeige mich gern, wie ich bin und habe absolut kein Problem damit, Größe 44, 46 oder 48 zu nähen und zu tragen.

Aber (und jetzt kommt das aber) mein Rücken macht nicht mehr mit.
Die obere Wirbelsäule leidet zunehmend unter dem Gewicht des Busens, meine Arthrose im Becken ist nicht glücklich über das ganze Fett in der mittleren Etage und wenn ich lang stehen muss, tun mir die Füße weh.

Ich fühle mich nicht so agil, wie ich gerne wäre, und habe die Nase voll davon, bei jedem Foto kritisch auf mein Doppelkinn zu schielen. Das nervt.

Außerdem bekomme ich mehr und mehr Dehnungsstreifen, und auch das finde ich einfach nicht schön.

Ja nun, was mache ich jetzt?

Sport. Auf meine Ernährung achten. Mich generell mehr bewegen.
Klingt immer so einfach. Ist es aber nicht.
Ich bin ein absoluter Genussmensch und tu mich unglaublich schwer damit, zu verzichten, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass ich auch ein ganz- oder garnicht-Mensch bin. Also habe ich mitten im Jahr neue Vorsätze gefasst, die da lauten:

* drei mal wöchentlich ins Sportstudio zu gehen

* jeden Morgen gesund zu frühstücken, um nicht dem mittaglichen Heißhunger zu erliegen

* Zucker und Weizen zu vermeiden, wo immer es geht

* Alkohol (weil Zucker) und Zigaretten zu verbannen (übrigens: das letzte Päckchen hat über 4 Wochen gehalten - dieser Vorsatz wird mir leicht fallen)
* weiterhin jeden Abend frisch zu kochen und nur so viel zu essen, bis ich satt bin. Und keinen Happen mehr.

 

Und damit ich mich auch dran halte, dürft ihr alle meine Vorsätze mit lesen :D

 

Erlaubt ist alkoholfreies Bier (was wäre der Sommer ohne ein kühles Bier? Das geht einfach nicht!) und auch eine Stress-Zigarette werde ich mir nicht verbieten - aber eben nur, wenn es unbedingt sein muss. Was in aller Regel nicht der Fall ist.


Startwerte:
110 - 90 - 120 und 85 Kilo auf 1,64 m.
Das muss sich ändern.
Ich wünsche mir eine Sieben, und irgendwann auch wieder eine Sechs als erste Zahl auf der Waage.
Und ich möchte meine 82 cm Taille wieder haben ^^ am Po ändert sich erfahrungsgemäß nicht viel, aber vielleicht wird die Oberweite ja ein bisschen kleiner.

Ich geh dann mal mit meinem alkoholfreien Weizenbier auf die Couch. Sport geht heute leider nicht, aber morgen ist auch noch ein Tag!

Habt's schön!

Das höchst motivierte Stadtkind

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